Keramik-Museum Bürgel


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Das einzige Keramik-Museum in Mitteldeutschland wurde schon 1880 als Mustersammlung gegründet. Es dürfte damit das älteste Spezialmuseum für Keramik überhaupt sein. Dokumentiert wird die Geschichte des Töpferhandwerkes in Bürgel und der zugehörigen Landmeister von den nachweisbaren Anfängen Mitte des 17. Jahrhunderts bis zur Gegenwart.

Seit Mai 2003 wird die informative Dauerausstellung im sanierten, denkmalgeschützten »Alten Schulhaus« in der Ortsmitte präsentiert. Neben einfacher Irdenware mit Engobe-Bemalung finden sich Beispiele für das sehr hoch gebrannte Steinzeug mit der typischen »Blauen Schürze« sowie der in Manufakturen gefertigten Luxuskeramik aus der Zeit des Historismus, des Jugendstils und der 1920er Jahre. Einen Schwerpunkt bilden Keramiken nach Entwürfen Henry van de Veldes (siehe unten), die in Bürgel ab 1902/03 in großem Variantenreichtum produziert wurden. Werke späterer Keramikerpersönlichkeiten wie Carl Fischer (siehe unten) und Walter Gebauer (siehe unten) sind ebenso vertreten wie typische Stücke der Bürgeler Blauweiß-Keramik.

Vom Bürgeler Museum aus wird auch das Projekt zur musealen Umgestaltung der Dornburger Keramik-Werkstatt betreut. Mit dem ehemaligen Bauhaustöpfer Otto Lindig (2009/10) und der Keramikerfamilie Körting (2012) wurden bereits zwei wichtige Abschnitte der Dornburger Keramikgeschichte durch Sonderausstellungen gewürdigt. Zu den Sonderausstellungen erscheinen Kataloge in einer eigenen Museumsreihe. Es dürfte sich um die wichtigste Katalogreihe zur deutschen Keramikgeschichte in der Gegenwart handeln.

Die Schriftenreihe ist im Museumsshop ebenso erhältlich wie ausgewählte Produkte regionaler Töpfereien. Unter konservatorisch guten Bedingungen und fachlicher Aufsicht werden im Bürgeler Museum auch die ständig wachsenden Sammlungsbestände zur Dornburger Keramik-Werkstatt gelagert. Hierzu gehören auch wichtige Dauerleihgaben der Sparkassen-Kulturstiftung Hessen-Thüringen — Sammlung Winnicke, Nachlass Körting, Sammlung Breitenbach sowie der Ernst von Siemens-Kunststiftung.

Persönlichkeiten

Henry van de VeldeCarl FischerWalter Gebauer
Henry van de Velde (1863-1957) war einer der bedeutendsten Künstler des Jugendstils. Das äußerst fruchtbare Schaffen dieser Stilperiode von etwa 1900 bis 1914 entfaltete er vor allem während seiner Weimarer Zeit als künstlerischer Berater im Großherzogtum Sachsen-Weimar-Eisenach und schließlich als Direktor der von ihm hier gegründeten Kunstgewerbeschule. 1902 besuchte van de Velde erstmals Bürgel und arbeitete in der Folgezeit eng mit mehreren Keramik-Fabrikanten zusammen. Er hat selbst mindestens etwa sechzig Entwürfe für keramische Gefäße geliefert. Hinzu kommen eine nicht klar abgrenzbare Anzahl von Entwürfen von Schülern der Kunstgewerbeschule. Seinem Einfluss ist eine nachhaltige Belebung der Bürgeler Keramikproduktion zu danken. Stilistische und technische Besonderheiten lassen es zu, von einer eigenständigen „Bürgeler Jugendstil-Keramik“ zu sprechen.
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Carl Fischer (1891-1969) nach einer Ausbildung an der Keramischen Fachschule in Bunzlau erwarb der im sächsischen Döbeln geborene Fischer in Bürgel eine Manufaktur und begründete die Bürgeler Kunstkeramische Werkstätte (BKW). Zunächst noch der Formensprache des Vorgängerbetriebes verpflichtet, setzte er schnell eigene Akzente, zunächst bei selbst entwickelten mehrfarbigen Laufglasuren, bald auch durch neue Gefäßformen. Neben glasurgebundenen Dekoren spielte auch immer die Schlickermalerei eine wichtige Rolle, wobei die Fischerwerkstatt wohl die erste in Bürgel war, in der Ritzdekore in einfarbige Engoben eingegraben wurden. Nach 1945 dominierte blau-weiße Engobe-Keramik, bei der die geritzten Ornamente mit Schlickermalerei zum typischen „Fischerstil“ kombiniert wurden.
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Walter Gebauer (1907-1989) gilt als einer der wichtigsten Keramiker Ostdeutschlands. Der Sohn von Paul Gebauer, mit dem er zusammen seit 1934 in Bürgel eine handwerkliche Töpferei betrieb, legte 1925 in der Fabrik des Onkels Carl Gebauer die Gesellenprüfung ab. 1925 bis 1927 studierte er an der Keramischen Fachschule in Bunzlau. 1945 wurde er zum Obermeister der Thüringer Töpfer gewählt. Über Jahrzehnte widmete er sich der Ausbildung des Nachwuchses und setzte dabei hohe, bis heute anerkannte Standards durch. Ausgehend von volkstümlich dekorierter Irdenware erweiterte er schrittweise das Profil der Werkstatt. Die Glasur erlangte immer größere Bedeutung in seinem keramischen Schaffen, wobei er ebenfalls zur Erneuerung der Gefäßästhetik nach 1945 beitrug. Gebauer war einer der führenden deutschen Spezialisten für Kristallglasuren. In Anerkennung seiner Verdienste wird jährlich zum Bürgeler Töpfermarkt der Walter-Gebauer-Keramikpreis vergeben.
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