Otto Lindig

Auch nach Schließung des Bauhauses in Weimar existierte die Ausbildungswerkstatt Dornburg weiter. Otto Lindig leitete von nun an die Töpferei, zunächst als Lehrmeister an der in Weimar neu gegründeten Staatlichen Hochschule für Handwerk und Baukunst, ab 1930 als selbstständiger Töpfermeister. Erneut absolvierten Lehrlinge hier die Ausbildung, blieben teilweise über Jahre in der Marstallwerkstatt tätig und besetzten nach ihrem Weggang wesentliche Positionen der deutschen Keramik-Geschichte. Zu ihnen gehörten: Johannes Leßmann, Liebfriede Bernstiel, Walburga Külz, Erich Triller, Rose Krebs, Otto Hofmann, Douglas Zadek

Bis 1947 stellte Lindig hier im familiären Handwerksbetrieb seine, wie er selbst sagte, „Bauhaustöpfereien“ her, wobei er viele der von ihm in der ersten Hälfte der zwanziger Jahre entwickelte Formen weiterhin produzierte.

Trotz anhaltender wirtschaftlicher Schwierigkeiten konnte Lindig in den 1930er Jahren eine hohe nationale und internationale Wertschätzung genießen. Nicht zuletzt die 1937 auf der Pariser Weltausstellung errungene Goldmedaille belegt die hohe Anerkennung, die Lindigs Keramik genoss – und bis heute genießt.